Leutascher Ache 12.06.11

25km Gebirgsbach, nur Fliegenfischen, max. 5 Karten pro Tag,  integrierte C & R Strecke, Saiblinge, Bach- und Regenbogenforellen, das sind die Eckpunkte dieser Strecke.
Nachdem wir die Karten abgeholt hatten waren wir gegen 08:00Uhr an der unteren Gewässergrenze angekommen. Wir stellten das Auto ca. 1km Stromauf, auf einen Info-Parkplatz ab und machten unser Tackle startklar. Wir fischten Stromab mit schwarzen, hell- und dunkel braunen Goldkopfnymphen, sowie Wolly Bugger in schwarz. Ich konnte zwar einen kleinen Saibling auf eine schwarze Nymphe haken, dieser befreite sich jedoch gleich nach seinem ersten Sprung wieder.
Wir entschlossen an die obere Gewässergrenze zu fahren, um dort unser Glück zu probieren.
Wir wurden von einem Mauthäuschen gestoppt, doch der Besitzer ließ uns ohne Maut zu bezahlen passieren. Seine Worte waren: „Ihr bezahlt schon so viel für die Erlaubniskarte, da müsst Ihr bei mir nichts mehr bezahlen“. Das fanden wir sehr nett, da wir eigentlich eh nur mal schauen wollten wie die Streckenverhältnisse hier oben sind und wo überhaupt die Gewässergrenze ist.
Am Ende der Straße parkten wir auf einem Wanderparkplatz und machten uns auf den Weg zur oberen Grenze. Nach einem 5min Fußmarsch waren wir an einer Betonbrücke angekommen, an dieser war auch das Schild mit der Information der oberen Grenze angebracht. Dieter und ich schauten von der Brücke hinab in einen tiefen Gumpen, es dauerte auch nicht lange da sahen wir die ersten Salmoniden durch unsere Polorisationsbrillen. Ich ging sofort schnellen Fußes zum Auto zurück und holte meine Fliegenrute, Dieter dagegen beobachtete weiter das Wasser und ließ die Forelle nicht mehr aus den Augen. Als ich zurück kam, montierte ich eine große schwarze Goldkopfnymphe am FluoCarbon Vorfach. Ich stieg 20m Stromab in die Ache ein und watete vorsichtig im Schutz der Uferbewachsung in Wurfweite des Gumpen. Ich zog genügend Schnur von der Rolle und Dieter signalisierte mir den Standplatz des Fisches. Ich machte zwei, drei Leerwürfe und platzierte dann die Fliege 2m oberhalb des Fisches. Nach 2m Drift war die Fliege genau auf der Höhe des Fisches, ich sah nur das das Ende der Fliegenschnur kurz stehen blieb, sofort erwiderte ich mit einem Anschlag und der Drill begann. Nach kurzen Kampf konnte ich eine schöne Regenbogenforelle landen, zwei Fotos als Erinnerung und dann löste ich den Schonhaken und lies die Forelle wieder zurück in Ihr Element. Ich konnte Ihre Schönheit noch kurz genießen, als sie sich zwischen meinen Füßen erholte, doch dann verschwand sie mit einem kräftigen Flossenschlag in den Tiefen des Gumpens.
Dieser Fang war einfach super Teamarbeit zweier Fliegenfischer, Freunde, Vater & Sohn.
Anschließend ging es wieder zurück und wir fuhren zur oberen Grenze der C & R Strecke. Dort parkten wir in der kleinen Ortschaft Obern. Ich ging sofort ins Wasser, Dieter dagegen ging Stromauf bis zur Brücke, wo die C & R – Strecke beginnt. Wir beide fischten mit kleinen Wolly Bugger in schwarz, da wir Stromab gehen wollten. So präsentierten wir unsere Fliegen quer zur Strömung, ließen sie rumtreiben und zupften sie wieder ein. Diese Methode erwies sich als sehr Erfolgreich.
Ich entdeckte ein Stück unterspültes Ufer mit überhängenden Ästen. Ich dachte sofort an einen möglichen Standplatz einer Forelle. Also legte ich meinen Streamer in die Hauptströmung, legte 2 Bögen in Richtung Ufer in die Schnur der Streamer wedelte ans Ufer, ich begann einzuzupfen, beim zweiten Zupfer kam der Biss und der Fisch zog direkt ins Hauptwasser. Nach kurzem Drill konnte ich den Fisch landen, dieser entpuppte sich als Saibling. Das freute mich natürlich ganz besonders, deshalb wollte ich ein Foto machen. Doch dann merkte ich das ich meinen Rucksack gar nicht auf hatte, da ist aber meine Camera drin, verdammt, naja dann halt mit dem Handy, mist auch nicht einstecken. Also ließ ich den Saibling zurück ins Wasser gleiten, in der Hoffnung das er erstmal an dieser Stelle pausiert. Ich rannte direkt zurück zum Auto, nahm meine GoPro HD, rannte zurück und siehe da er war immernoch da, so konnte ich noch ein paar Unterwasseraufnahmen von meinem Saibling machen.
Mit dieser Technik im Gepäck machte ich mich weiter Bachabwärts und so konnte ich aus fast jedem Gumpen bzw. unterspültem Ufer eine Bach-/Regenbogenforelle, Saibling überlisten. Dann machte ich Pause um auf Dieter zu warten. Nach 15-20min war er dann bei mir angekommen und berichtete dass er noch nichts erwischt hatte. War ja auch eigentlich klar, da ich ja alles abgefischt hatte. Deswegen überlies ich ihm die nächsten erfolgsversprechenden Stellen. Ich erklärte ihm noch kurz die Anbiettechnik und zeigte ihm die vermuteten Fischstandplätze. Jetzt legte er seine Leine in die Hauptströmung schnickte einen Bogen in die Schnur und ließ den Streamer hinter einen Stein wedeln. Sofort löste sich ein Schatten am Grund und nahm den Wolly Bugger ohne Hemmungen. Dieter quittierte blitzschnell mit einem Anschlag und der Tanz an der 4er begann. Der Fisch stellte sich sofort quer zur Hauptströmung, sodass sich die 4er Gerte ordentlich bog. Aber Dieter dirigierte gekonnt den Fisch in ruhigeres Wasser, wo er ihn auch Landen konnte. Es war ebenfalls ein wunderschön gezeichneter Saibling der nach kurzem Fototermin wieder seine Freiheit genießen durfte.  
Wir fischten noch weiter und konnten jeder noch die einen oder anderen Salmoniden überlisten. An einem Auslauf eines Pools sah ich dann eine Forelle in der Strömung wedeln. Ich präsentierte sofort meinen Wolly Bugger, doch die Forelle interessierte sich überhaupt nicht dafür. Also nochmal ich zupfte den Streamer direkt an ihr vorbei, keine Reaktion. Das gibt’s doch garnicht dachte ich mir. Also beobachtete ich die Forelle eine Weile und siehe da plötzlich löste sie sich vom Grund und stieg nach etwas braunen. Ich beobachtete sie weiter und innerhalb von 5min stieg sie 7-mal nach braunen Köcherfliegen, die anscheinend grade geschlüpft waren. Also Fliegenbox raus, ein geeignetes Muster war schnell gefunden und angeknotet. Ich setzte das Muster vorsichtig 2m vor dem Fisch ab und fütterte Schnur nach. Als die Trockenfliege kurz vor der Forelle war, löste sie sich vom Grund und stieg Richtung meiner Fliege. Mein Herz schlug mit 300 Schlägen pro Minute und mein Adrenalinstand hatte seinen Höhepunkte erreicht als sie die Fliege von der Oberfläche schlürfte. Der Anhieb saß und die Regenbogenforelle wurde kurze Zeit später gelandet Fotografiert und wieder freigelassen. Solche Ereignisse machen einfach das Fliegenfischen aus. Besser und schöner kann es einfach nicht sein.
Dieter und ich fischten noch weiter, Dieter blieb leider ohne weiteren Erfolg, ich dagegen konnte noch eine Bachforelle und einen Saibling überlisten.
Mittlerweile war es auch schon 18:00Uhr und nach 10 Std erfolgreichem Fliegenfischen an einem naturbelassen Gebirgsbach  in herrlicher Kulisse ist man zugegeben auch fix und fertig.
Zuhause angekommen öffneten wir noch eine Flasche Sekt und stießen zur Feier des Tages auf einen wunderschönen und durch Erfolg geprägten Tag gemeinsamen Fischen an.

Tight lines
ES

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